02.09.08

Das neue Projekt von dem ich in meinem letzten Bericht erzählt habe ist gut angelaufen. Es haben schon 6 Frauen Kleidung erhalten und sie zahlen fleißig zurück. Die erste Frau der wir diese Art von Kredit angeboten haben war sofort begeistert. Sie ist mit 30 Kleidungsstücken aus dem Büro gegangen und schon nach einer Stunde mit einem Gewinn von 7000 Fbu zurück gekommen.

Die Idee kam mir beim sortieren der Kleidung die mit dem Container in Burundi angekommen ist. Es war einfach so unglaublich viel, dass man es unmöglich alles so verschenken kann. Da habe ich mir gedacht, warum nicht einigen Frauen eine Arbeit durch die Kleidung beschaffen. Bisher haben wir in Buterere und anderen Vierteln schon gute Erfahrungen mit der Vergabe von Mikrokrediten machen können. Die Frauen zahlen größtenteils gewissenhaft zurück und haben auch schon den 2. oder 3. Kredit bekommen. Im Moment mangelt es uns leider an Mitteln und somit warten ungefähr 15 Frauen schon seit längerem auf einen Kredit.

Ich habe also eine riesen Ladung Kleider nach Buterere geschafft und sie dort zusammen mit meinem Kollegen Bienvenu sortiert. Wir haben für jede Frau 30 Kleidungsstücke zusammen gesucht. Von allem war etwas dabei. Männer- und Frauenhosen, Hemden, Blusen, T-Shirts, Röcke, Kleider, Pyjamas, Oberteile, Anzüge. Nur Kinderkleidung habe ich nicht verteilt, denn die können wir nur zu gut in den Heimen gebrauchen.

Die Frauen zahlen uns pro Kleidungsstück nach dem Verkauf 500 Fbu zurück, plus 10%, die wir für sie anlegen. Was sie mit dem übrigen Gewinn machen ist ihnen freigestellt. Sie brauchen natürlich einen Teil zum Leben, aber den Rest können sie auf einem Konto bei uns anlegen oder selber sparen. Die meisten Frauen bevorzugen es, uns das Geld zu geben, weil sie Angst haben es sonst zu verlieren. Wir hingegen verwenden das zurückgezahlte Geld für neue Mikrokredite.

Das System ist einfach und kann viel bewegen, das einzige Problem das bisher aufgetreten ist, ist dass die Frauen die Kleider zu viel zu günstigen Preisen verkaufen und nur wenig Gewinn machen. Sicherlich werden sie die Sachen schnell los, wenn es günstig ist, aber unser Vorrat ist auch nur begrenzt und wir wollen, dass sie soviel wie möglich verdienen, um später auf eigenen Beinen zu stehen.

Heute war mal wieder ein sehr arbeitsreicher Tag. Ich war auf dem Markt, weil ich mit einer Kollegin Sachen für die Kinder kaufen musste. Windeln, Hefte, Uniformen, ein Babyklo, eine Schüssel zum Waschen u.v.m. Danach sind wir nach Kajaga gefahren um neue Kleidung für die Kinder im Heim Uranderera zu holen. Das Heim hat gestern Zuwachs bekommen. Chantal, Claude und Grâce sind umgezogen. Letztlich hat sich Chantal doch dazu entschlossen in dieses Heim zu gehen mit ihren beiden jüngeren Geschwistern, denn dort kann sie lernen, wie Körbe hergestellt werden. Ich glaube, dass es so vor allem für das Baby am besten ist. Die Umstände sind besser weil es Strom und Wasser gibt, was das Leben einfacher und vor allem sauberer macht. Morgen werden die beiden anderen Geschwister, Kwizera und Mani Eric zum Onkel gebracht.

Letzte Woche ist auch das Ferienprojekt der Fondation in Buterere zu Ende gegangen. Das Projekt begann im August. Die Kinder der Fondation und andere Kinder aus dem Viertel haben in dieser Zeit Ziegelsteine hergestellt, die zum Bau der Schule verwendet werden können. Sie sind morgens aufs Feld und in die Lehmgrube, haben gebuddelt, geformt und gerannt. Mittagessen gabs jeden Tag im Heim und zum Abschluss letzte Woche haben wir Hefte, Kleidung und Essen verteilt. Es war ein nettes kleines Fest. Sinn dieser Sommeraktion war Kindern eine Beschäftigung zu geben. Die schulfreie Zeit im Sommer ist sehr lang und die Kinder freuen sich über Ablenkung. Außerdem lernen sie den Arbeitsalltag kennen, übernehmen Verantwortung und es entwickelt sich ein Gruppengefühl. Viele Organisationen hier planen für die Ferien solche Angebote. Sie schließen Aufklärungsvorträge mit ein und bieten Filmnachmittage an. So sind die Kinder sinnvoll beschäftig und lernen noch vieles dazu.

1 Kommentar

  1. fehmi sagte,

    September 4, 2008 um 5:39

    hey nadine!
    so, endlich komme ich auch mal dazu dir was zu schreiben. bin im moment n bissl im stress, hausarbeiten und so…
    es ist beeindruckend zu hören was du wieder auf die beine stellst. die kleinen und großen erfolge die ihr erzielt sind absolut ermutigend. ich glaube ihr spendet dadurch eine menge hoffnung. es macht spass deine einträge zu lesen; sie helfen ein wenig aus dem europäischen alltag abzudriften… ;) ich wünsche dir weiterhin viel erfolg bei deiner arbeit!
    liebe grüße fehmi


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