Der Container den Burundikids Ende Februar in Deutschland auf die lange Reise nach Burundi geschickt hat ist vor 2 Wochen eingetroffen. Zusammen mit 6 fleißigen Jungs aus dem Heim „Uranderera“, Kerstin, Ruth, Philipp und einigen weiteren Helfer aus der Schule in Kajaga haben wir 8 Tonnen Sachspenden ausgeladen und in einem Klassenzimmer untergebracht. Der Inhalt bestand aus Kleidung, Computern, Stühlen, Fahrrädern, Decken, Stoffen, Seife, Solarlampenbausätze und vielem mehr. Wir waren insgesamt einen halben Tag mit dem Ausräumen beschäftigt. Zur Stärkung gab es Fanta und Cola und natürlich frisch gebackenes Brot aus dem schuleigenen Holzkohleofen. Das Brot wird nicht nur für den Eigenbedarf der Schule, sondern auch zum Verkauf an einem kleinen Straßenstand hergestellt. Desweiteren waren in dem Container zwei riesen Kisten mit Süßigkeiten, wovon wir natürlich gebührend Gebrauch gemacht haben.
Vier weitere Tage hat es mich gekostet die Kleidung zu sortieren. Leider ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen, denn bisher bin ich noch nicht über die Säcke mit Kleidung hinaus gekommen. Das bedeutet alle Kisten, in denen weitere Kleidung und sämtliche andere Gegenstände sind, sind noch verschlossen und der Inhalt noch nicht sortiert und geprüft. Es wartet also noch genügend Arbeit auf uns.
Letzte Woche war ich das bisher erste und einzige Mal am Strand. Es war herrlich in der Sonne zu liegen und ab und zu ins Wasser schwimmen zugehen. Es hat sich nichts verändert. Der Strand an den wir meistens gehen ist immer noch so schön wie vorher. Wenn man in die eine Richtung den Strand entlang guckt sieht man wie sich die Hauptstadt am Fuß der Berge ausbreitet und über allem die Universität, die in den Bergen groß und weiß hervor blitzt. Guckt man in die andere Richtung sieht man die Berge des Kongo, hinter denen die Sonne gegen 17 Uhr verschwindet. Alles in allem war es ein wunderschöner Tag.
Gestern sind Bienvenu und ich zusammen mit Chantal, ihren vier Geschwistern und dem Großvater mütterlicherseits in die Berge gefahren. Ich habe in meinem letzten Artikel schon von dem Besuch bei dem Großvater geschrieben. Gestern haben wir den Onkel väterlicherseits und seine Familie besucht. Ich hatte keine Ahnung, wo uns der Großvater hinführen würde, bin aber davon ausgegangen, dass es nicht weit von seinem Haus entfernt sein würde. Tja, ich war wohl doch ein bisschen zu lange in Deutschland und habe vergessen was in Afrika „nicht weit“ bedeutet.
Von der Stelle wo der Großvater wohnt, sind wir noch ungefähr eine Stunde mit dem Auto durch unwegsames Gelände und immer weiter in die Berge hinein gefahren. Schon nach wenigen Kilometern hatte keiner von uns mehr Empfang und außer dem alten Mann wusste auch niemand wo wir waren. Ein ziemlich komisches Gefühl, vor allem weil man ja auch nicht sicher sein konnte, dass er wirklich weiß, wo er uns hinführt. Wir sind an tiefen Schluchten, Baumbewachsenen Abhängen, Eukalyptuswäldern, Tannendschungeln und, was mich am meisten beeindruckt hat, an Demobilisationscamps der FNL vorbeigefahren. Ein Meer von blauen Plastikplanen, die zu Zelten umfunktioniert wurden, Dixiklos mitten im Nirgendwo und bewaffnete Südafrikaner, die die Menschen „beaufsichtigen“ und für Sicherheit sorgen sollen. Diese Camps werden errichtet für Soldaten der Rebellenbewegung FNL, die nach neuestem Beschluss aufgelöst werden soll. Ich will an dieser Stelle nicht weiter ausholen, weil mir selber konkretere Informationen fehlen.
Letztendlich sind wir heil an unserem Ziel angekommen. Die Familie hat uns herzlich aufgenommen und wir konnten in Ruhe über die Zukunft der Kinder sprechen. Der Onkel lebt mit seiner Frau und 5 Kindern in einem recht geräumigen Häuschen. Es ist umgeben von einem kleinen Stück Land, dass der Onkel mit dem Vater von unseren Schützlingen geteilt hat. Dort wachsen Bananen und andere Gemüsesorten, die die Familie zum Überleben braucht. Hinter dem Haus befindet sich ein kleiner Stall, indem die Kuh der Familie untergebracht ist. Uns war, trotz dieser positiven Lebensumstände, schnell klar, dass die Familie nicht dazu in der Lage sein würde, alle 5 Kinder aufzunehmen.
Sie willigten jedoch ein sich um Kwizera (11 Jahre) und Maniarakiza (8 Jahre) zu kümmern. Kwizera, die noch nie zur Schule gegangen ist, kann nach den Ferien an einem Alphabetisierungskurs teilnehmen und ihr Bruder kann ganz nochmal in die erste Klasse gehen. Für Claude (5 Jahre) Chantal (15 Jahre) und Grace (1 Jahr und 6 Monate) haben wir bisher noch keine konkrete Lösung gefunden. Es ist aber möglich, dass Claude ins Straßenkinderheim „Birashoboka“ zu den Jungs kommt, um dort auch zur Schule zu gehen.
Bei Chantal und dem Baby ist die Sache sehr kompliziert. Durch den Tod der Mutter ist das Mädchen für die Versorgung der kleinsten Schwester zuständig. Das bedeutet, dass man sie unmöglich trennen kann. Trotzdem wollen wir ihr eine Ausbildung ermöglichen. Sie könnte zum Beispiel Nähen oder Sticken lernen. Ich treffe mich heute wieder mit allen zusammen, um nach einer Lösung zu suchen. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Mir gefällt es eigentlich generell nicht die Kinder zu trennen, aber unter den gegeben Umständen wird es wohl kaum anders möglich sein. Wenigstens haben die Mädchen vor zwei Wochen in Buterere angefangen lesen und schreiben zu lernen. Viermal pro Woche kommt eine Lehrerin vier Stunden am Tag ins Heim nach Buterere. So sind sie sinnvoll beschäftigt und werden endlich ein bisschen vorbereitet auf die Anforderungen des „Berufslebens“, sei es als kleine Markverkäuferin oder als erfolgreiche Näherin
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jessica sagte,
August 3, 2008 um 10:45
das hört sich ja alles sehr spannend und arbeitsreich bei dir an! wolltest du nicht auch etwas reisen? freut mich das es dir so gut geht, hier ist alles beim alten der neue job ist interessant und macht total spaß aber es ist auch ungwohnt so lange zu arbeiten!
bis wann bist du in burundi?
lieben gruß und kuss
jessica
David sagte,
August 10, 2008 um 10:24
hi naddel,
alles gut bei dir? geht das motorrad noch? schöne grüße an dieser stelle auch von meiner ma & pa und natürlich auch von mir…..so ich lese jetzt glaub ich erstmal den letzten eintrag, damit ich keine bescheuerten fragen stelle….:)
lg
david